
Die Revitalisierung des Geländes der ehem. Kerstin GmbH ist wünschenswert und die Nachnutzung durch Wohnbebauung im städtebaulichen Kontext nachvollziehbar und richtig.
Bei der Entwicklung eines solchen Wohnquartiers ist eine Quote von 25-30% geförderter Wohnraum wünschenswert, so dass eine gesunde Mischung aus Bewohnern unterschiedlicher Einkommensschichten entsteht.
Ferner sollen bei größeren Quartieren immer auch Wohnbedarfe für Menschen mit besonderen Bedürfnissen (Senioren-Wohnungen, behindertengerechte Wohnungen) eingeplant werden.
Bei der aktuellen Planung liegt die Quote der geförderten Wohneinheiten extrem über der 30%-Marke (176 von 276) Bei der aktuellen Planung wurde auf Wohnungen für Menschen mit
besonderen Bedürfnissen gänzlich verzichtet.
Die BG ist der Meinung, dass die Lage des Quartiers an der Clevischen Straße insbesondere für Senioren-Wohnungen prädestiniert wäre, da gute Busverbindungen Richtung Innenstadt bestehen und Einkaufsmöglichkeiten (REWE) direkt in der Nachbarschaft vorhanden sind.
Ferner wurde bei der aktualisierten Planung das Verkehrskonzept derart geändert, dass Parkraum nur noch in der extrem äußeren nordwestlichen Ecke (Parkhaus) angeboten wird. In der Realität anderer Soester Wohngebiete ist heute zu beobachten, dass die Bewohner dann ihre Fahrzeuge in die Grünflächen stellen oder so im Straßenraum abstellen, dass Wege und Straßen extrem verengt werden. Auch ein Ausweichen in Nachbarstraßen außerhalb des Quartiers ist zu befürchten.
Seiten 1 von 3 Im Rahmen des Mobilitätskonzeptes sollten 6 Car-Sharing-Plätze angeboten werden. Diese wurden auf einen Stellplatz reduziert. Fahrradstellplätze wurden ebenfalls in nicht mehr hinreichender Anzahl eingeplant.
Abstellmöglichkeiten in den Gebäuden sind nicht mehr vorhanden, da Keller gestrichen wurden. Für hochwertige Fahrräder oder E-Bikes gibt es überhaupt keine geschützten Abstellmöglichkeiten.
Das Mobilitätskonzept ist in der Praxis untauglich.
Die Zahl der Fahrradstellplätze viel zu gering.
Abstellmöglichkeiten für hochwertige Fahrräder/E-Bikes fehlen komplett. Abstellmöglichkeiten für Sonder-Fahrräder (Lastenräder, Räder mit Anhänger) fehlen ebenfalls.
Ladestationen für E-Bikes oder PKW wurden nicht geplant.
Das Maß der baulichen Nutzung des Quartiers übersteigt alles, was in Soest üblich ist. Die Gebäudehöhen (3 Vollgeschosse + Staffelgeschoss) orientieren sich an einem einzigen Gebäude in der Umgebung, dass durch ein Satteldach weniger erdrückend wirkt als die 4-Geschosser im Plan.
Die sogen. Punkt-Häuser befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu 1Familienhaus-Bebauung. Eine angemessene Höhenentwicklung fehlt komplett. Hier wären max. 3 Geschosse inkl. Staffelgeschoss das Höchstmaß verträglicher Planung.
Durch die Gebäudehöhen und die dichte Bebauung werden die unteren Geschosse in vielen Gebäuden kaum hinreichend belichtet. Dort sind Probleme und Konflikte vorprogrammiert, die am Ende die Stadt alleine lösen muss.
Fazit:
Wohnbebauung an der Clevischen Straße: BG sagt ja, bitte! Aber:
• Das Maß der baulichen Nutzung reduzieren.
• Die Planung so anpassen, dass sie sich in die Umgebung einfügt.
• Eine soziale Durchmischung beachten und keinen „Schleppweg 2.0“ schaffen.
• Das Verkehrskonzept an die Realität (PKW) und die Erfordernisse (Radverkehr) anpassen; Konzept für den „ruhenden“ Verkehr mitdenken.
• Wohnungen für Senioren + Behinderte einplanen.

