Segen und Fluch zugleich (unser Zwischenfazit auf die Frage der Woche vom Soester Anzeiger)
Soest,20 April 2023 Wir ziehen kein uneingeschränkt positives Fazit aus der ersten Testphase. Die BG sieht in den Leihangeboten von E-Scootern, Rollern, E-Bikes oder auch Autos in Form von Carsharing grundsätzlich eine sinnvolle Ergänzung des Mobilitätsangebotes in Soest. Sie gehören zu einer Mobilitätswende dazu, weil sie Angebotslücken schließen, die der ÖPNV zu bezahlbaren Kosten nicht anbieten kann. Für die BG ist es wichtig, nicht gleich Neues zu verurteilen, sondern ein Ausprobieren und Testen zuzulassen.
Die Testphase mit den E-Scootern hat gezeigt, dass wir noch Einiges verbessern müssen. 1. Im Stadtgebiet werden die Roller unorganisiert abgestellt. Sie stehen und liegen oft an Stellen, wo andere Verkehrsteilnehmende behindert oder sogar gefährdet werden. 2. Die ordnungsgemäße Nutzung ist den Fahrerinnen und Fahrern von Leihfahrzeugen häufig egal. Es wird auf Gehwegen, in der Fußgängerzone oder zu zweit damit gefahren, meistens zu schnell. 3. Für den Bereich der Altstadt wurden feste Parkflächen mit dem Anbieter vereinbart, um das unkontrollierte Abstellen zu vermeiden – nicht aber für das übrige Stadtgebiet.
In Zukunft müssen wir dringend mehr und verbindliche Abstellflächen vereinbaren und ein System, das Anreize zum richtigen Abstellen setzt: wer unkontrolliert parkt, zahlt weiter. Im Zweifel muss der Anbieter stärker in die Pflicht genommen werden. Darüber hinaus muss die ordnungswidrige Nutzung z.B. in den verkehrsberuhigten Zonen oder auf Gehwegen verstärkt kontrolliert werden.