
Standen zum Austausch bereit (von links): Hubertus Gosmann (OStD), Cathrin Schreiber (OStR‘(V)), Jens Behrens (MdB, SPD), Steffen Brüseke (SPD), Bernhard Michel (Stadtrat Soest, BG), Daniel Stricker (Stadtrat Soest, CDU), Jutta Berkemeier (StR‘, Projektkoordinatorin), Tim Neumann (Stadtrat Soest, Bündnis 90/Die Grünen), Roland Linnhoff (Kreistag Soest, Die Linke), Dagmar Hanses (MdL, Bündnis 90/Die Grünen), Oliver Pöpsel (MdB, CDU), Thomas Busch (Stadtrat Soest, CDU). © HSBK
EU-Projekttage am Hubertus-Schwartz-Berufskolleg fördern kritisches Denken
Soest – Fake News, Filterblasen und politische Polarisierung prägen unsere Zeit. Wie können junge Menschen lernen, sich in dieser komplexen Medienlandschaft zu orientieren? Die EU-Projekttage am Hubertus-Schwartz-Berufskolleg (HBSK) am 10. und 11. Februar lieferten darauf Antworten.
Der erste Projekttag begann unter dem Motto „#Social Media & DU“ mit einer Selbstreflexion. Die Auszubildenden analysierten ihr eigenes Social-Media-Verhalten anhand einer Umfrage und untersuchten die Geschäftsmodelle sozialer Plattformen, sowie die Algorithmen und das „Dopamin-Prinzip“ hinter dem endlosen Scrollen.
Die Auszubildenden stellten fest, dass Nutzer immer seltener aktiv nach Informationen suchen müssen. Sie erhalten diese automatisch und gefiltert nach ihren vermeintlichen Interessen. In Gruppenarbeit wurde untersucht, wie Echokammern Meinungsbildung und Gesellschaft beeinflussen können.
Am Ende des ersten Tages fand eine Diskussion mit neun politischen Gästen aus kommunaler, Landes-, Bundes- und EU-Ebene statt. Die Auszubildenden präsentierten ihre erarbeiteten Ergebnisse auf selbst gestalteten Plakaten und diskutierten sie mit den Politikern.
Am zweiten Projekttag stand das Thema „#Perspektiven“ im Vordergrund, das sich mit politischer Kommunikation befasste. Die Teilnehmenden lernten, dass politische Kommunikation nie neutral ist, und übten anhand aktueller Beispiele, Narrative zu erkennen und kritisch zu hinterfragen.
In einem Storytelling-Workshop entwickelten die Auszubildenden eigene Positionen zu Themen, die ihre Generation besonders bewegen: finanzielle Sicherheit, Rentenperspektiven und die gesellschaftlichen Auswirkungen Künstlicher Intelligenz. Anschließend präsentierten sie ihre Ergebnisse sechs weiteren politischen Gästen und tauschten sich darüber aus.
Dopamin-Prinzip
Das menschliche Gehirn reagiert auf Belohnungen. Zum Beispiel, wenn etwas Angenehmes passiert. Soziale Plattformen nutzen dieses „Dopamin-Prinzip“ gezielt. Jeder Like und jedes Video liefert einen Belohnungsreiz. Das macht Lust, immer weiter zu scrollen und geschieht oft, ohne es bewusst zu merken. Für viele wird das schnell zur Zeitfalle. Spezielle Seiten und Endlos-Feeds zeigen ein Video nach dem anderen.
Echokammern
In den sozialen Medien werden Nutzern vor allem Inhalte zu angezeigt, die ihre eigenen Ansichten bestätigen. Dadurch können sich die eigenen Überzeugungen weiter festigen. Das Problem dabei ist, dass andere Perspektiven dadurch kaum noch sichtbar werden. Dieser Effekt wird als Echokammer bezeichnet.
Quellenangabe: Soester Anzeiger vom 03.03.2026, Seite 12

